Verantwortung abschieben
17.05.2010 16:19 // Anja Herberth
Rund 800.000 Liter Rohöl pro Tag fließen seit der Explosion der Ölbohrinsel ‚Deepwater Horizon’ unkontrolliert in den Golf von Mexiko. Elf Arbeiter verloren bei der Explosion ihr Leben, nach erfolglosen Versuchen kann laut Medienmeldungen nun knapp vier Wochen danach zumindest ein Teil des austretenden Öls abgesaugt werden.
Mittlerweile hat sich eine Untersuchung des US-Kongresses mit den Gründen für die Explosion befasst. Der Demokrat Bartholomew Thomas 'Bart' Stupak, der die Ermittlungen leitet, führt die Katastrophe auf undichte Stellen in einem Hydrauliksystem sowie auf eine leere Batterie im Steuerungsteil zurück. Dadurch habe ein Blowout Preventer nicht funktioniert, der die Katastrophe verhindern hätte können.
Schlechte Wartung, schludrige Kontrollen haben demnach die ökologische und ökonomische Katastrophe verursacht. Warnungen seitens der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA wurden heruntergespielt, die Sicherheitsbedenken anmeldete. Die Bohrung findet in immerhin 1,5 Kilometer Tiefe stand – einer Tiefe, die technisch nicht mit letzter Sicherheit zu kontrollieren ist. Wie wenig Erfahrung man in dieser Tiefe hat, bewiesen die zahlreichen (missglückten) Versuche.
Der erste Reflex nach der Katastrophe seitens des britischen Konzerns BP: Verantwortung auf andere abwälzen. Das Unternehmen Transocean sei schuld, und nicht BP. Mit dem Versuch, auf das Schweizer Unternehmen, das im Auftrag der BP Betreiber der Plattform war, die komplette Schuld abzuwälzen, gelang jedoch nur eines: Das genaue Gegenteil. Die Verantwortung zu leugnen, war ein schwerer Fehler. Denn schließlich arbeitete der Betreiber im Auftrag sowie mit den geologischen Daten seitens des Auftraggebers BP. Ebenso waren Medienberichten zufolge Ingenieure von BP an Bord der Ölinsel.
Was schlechte Krisenkommunikation bewirken kann, hat bereits Nestlé vor wenigen Wochen bewiesen: nämlich das genaue Gegenteil. Schweigen, Verantwortung abblocken - all das schürt die Emotionen der Kritiker und der Community. Aber nicht nur der Umgang mit dieser Krise, die enorme ökologische und ökonomische Auswirkungen haben wird, wird angeklagt werden. Unternehmen gehen enorme Risiken ein und sind sich der Verantwortung, die sie gegenüber der Gesellschaft haben, nicht bewusst. Eine bessere Wartung hätte das Unglück verhindern können.
Bereits bei anderen Katastrophen – beim Brand in der Raffininerie in Texas City sowie bei massiven Öllecks an der Prudhoe-Pipeline in Alaska – kamen Untersuchungsausschüsse des US-Kongresses zum Schluss, dass BP aus Kostengründen fahrlässig gehandelt hatte. Eine ‚Tradition’, die anscheinend fortgesetzt wurde.
Leider benötigt es oftmals ein Signal von außen, eine Katastrophe, um ein Umdenken zu bewirken. Wie eine Studie in Großbritannien zeigte, beabsichtigen 15% aller Konsumenten, in Hinkunft keine BP-Produkte mehr zu erwerben. Man kann nur hoffen, dass Konzerne wie BP aus der Vergangenheit lernen und zu ihrer Verantwortung stehen. Die Community wird den Konzern jedenfalls kontinuierlich daran erinnern: Was einmal im Netz ist, bleibt auch für immer.
Sehr geehrte Frau Hager & Brandner,
Wesentliche Grundlage für Compliance/Reputation bleiben Gesetze, aber
Voraussetzungen für die Umsetzung
bleibt der Mensch!
Dafür sorgen die "Dynamische Kommunikation" sowie
die "Pragmatische Ethik", die beide als Prozesssysteme dafür sorgen,das Compliance entsteht und in Reputation umgesetzt werden kann,- damit Sie Ihre gewünschten Ziele im Markt erreichen!
Wenn Sie mehr wissen wollen und Zusammenarbeit schätzen,rufen Sie mich bitte an?
Das ist kein Signal einer Katastrophe,sondern nur eines von außen...
Der Ethik-Lobbyist.
W.Radel
wradel@brain-products.de

