Vertrauen nachhaltig zerstören

13.10.2009 15:00 // Gabriele Brandner

Nicht genug, dass die Banken nun schon seit Monaten negative Schlagzeilen machen und durch ihre Taten und Kommunikation jedweges Vertrauen verspielen, ist auch weit und breit keine Strategie zu erkennen, Reputation wieder aufzubauen. Ja, es werden Millionbeträge für neue Werbekampagnen ausgegeben, um 'das Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen' - ein Widerspruch in sich, denn Werbung steigert zwar die Bekanntheit - was im Falle der Banken nicht wirklich notwendig ist - trägt aber kaum etwas zur Reputationssteigerung bei.

Warum erkennen die verantwortlichen Manager nicht, dass ein Plakat, auf dem man sich selbst lobt, weniger Vertrauen bei seinen Kunden erzeugt, als die Handlungen und Taten einzelner Regionaldirektoren, die noch dazu entsprechende Verbreitung in den Medien finden? Eine Meldung heute auf orf.at http://kaernten.orf.at/stories/396110/ : BAWAG Kunden in Kärnten, haben in den letzten Wochen ungewöhnlich Post bekommen, in der die BAWAG ihnen mitteilt, das ihre langjährige Vorsorgesparbücher aufgelöst werden. Die Zinsen seien zu hoch, so die Bank. Zum Teil handelte es sich um Sparbücher mit 5% Zinsen, heute liegen sie bei etwas 2,35% bei Dreijahresbindung.

Die BAWAG hat recht. Rechtlich gesehen, denn viele der erbosten Kunden haben sich an die AK Kärnten gewandt und die musste der Bank recht geben, sie darf diese Verträge kündigen. Die BAWAG hat recht. Sicherlich ein paar tausend EUR gespart.

Zitat aus dem ORF-Bericht: "..zumindest keiner der Sparer, die sich bei der Arbeiterkammer erkundigt haben, wollen Kunden bei der BAWAG bleiben. Seitens der BAWAG war am Dienstag niemand für eine Stellungnahme erreichbar."

Ohne Worte.

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